Selbstständige in Deutschland stehen früher oder später vor einer wichtigen Entscheidung: Soll die Krankenversicherung gesetzlich oder privat sein? Während Arbeitnehmer automatisch über ihren Arbeitgeber in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) versichert sind, haben Selbstständige deutlich mehr Wahlfreiheit. Gleichzeitig bringt diese Freiheit viele Fragen mit sich.
Wer sich selbstständig macht, muss sich nicht zwangsläufig privat versichern. Viele Gründer, Freiberufler und Unternehmer entscheiden sich bewusst für die gesetzliche Krankenversicherung. Doch welche Voraussetzungen gelten? Wie hoch sind die Beiträge? Und wann ist die gesetzliche Krankenversicherung für Selbstständige die bessere Wahl?
In diesem Ratgeber erfahren Sie alles, was Sie über die gesetzliche Krankenversicherung für Selbstständige wissen müssen.
Können Selbstständige gesetzlich krankenversichert sein?
Ja. Selbstständige können Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse bleiben oder werden. In den meisten Fällen erfolgt die Absicherung als freiwillige gesetzliche Krankenversicherung.
Wer vor der Selbstständigkeit bereits gesetzlich versichert war, kann seine Mitgliedschaft häufig problemlos fortführen. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Tätigkeit als Freiberufler, Gewerbetreibender oder Unternehmer ausgeübt wird.
Die gesetzliche Krankenversicherung steht unter anderem folgenden Personengruppen offen:
- Freiberuflern
- Gewerbetreibenden
- Einzelunternehmern
- Selbstständigen Beratern
- Online-Unternehmern
- Gründern und Start-ups
- Künstlern und Publizisten
- Selbstständigen Handwerkern
Was bedeutet freiwillige gesetzliche Krankenversicherung?
Selbstständige unterliegen grundsätzlich nicht der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung. Deshalb werden sie meist als freiwillige Mitglieder geführt.
Der Begriff „freiwillig“ bedeutet jedoch nicht, dass die Krankenversicherung optional wäre. In Deutschland besteht eine allgemeine Krankenversicherungspflicht. Jeder Selbstständige muss entweder gesetzlich oder privat versichert sein.
Wie hoch sind die Beiträge für selbstständig gesetzlich Versicherte?
Die Kosten der gesetzlichen Krankenversicherung für Selbstständige hängen vom Einkommen ab.
Im Gegensatz zur privaten Krankenversicherung werden die Beiträge nicht anhand von Alter oder Gesundheitszustand berechnet. Stattdessen richtet sich die Beitragshöhe nach den beitragspflichtigen Einnahmen.
Zu den berücksichtigten Einkünften können gehören:
- Gewinne aus der selbstständigen Tätigkeit
- Mieteinnahmen
- Kapitalerträge
- Renteneinkünfte
- Sonstige regelmäßige Einnahmen
Die Krankenkasse prüft diese Angaben in der Regel anhand des Einkommensteuerbescheids. Dadurch kann es später zu Nachzahlungen oder Erstattungen kommen, wenn die tatsächlichen Einkünfte von den ursprünglichen Schätzungen abweichen.
Mindestbeitrag für Selbstständige
Auch bei niedrigen Einnahmen gilt eine gesetzlich festgelegte Mindestbemessungsgrundlage. Dadurch fällt selbst bei geringem Gewinn ein Mindestbeitrag zur Kranken- und Pflegeversicherung an.
Gerade in der Gründungsphase sollten Selbstständige diese laufenden Kosten in ihrer Finanzplanung berücksichtigen.
Höchstbeitrag für Selbstständige
Für hohe Einkommen gilt die sogenannte Beitragsbemessungsgrenze. Einkommen oberhalb dieser Grenze erhöhen den Krankenversicherungsbeitrag nicht weiter.
Dadurch entsteht ein maximaler Beitrag, der von Selbstständigen nicht überschritten werden kann.
Krankengeld für Selbstständige
Ein wichtiger Punkt wird häufig übersehen: der Anspruch auf Krankengeld.
Selbstständige können zwischen verschiedenen Tarifen wählen:
- Mit Krankengeldanspruch
- Ohne Krankengeldanspruch
Wer den regulären Beitragssatz zahlt, hat grundsätzlich Anspruch auf Krankengeld ab der siebten Woche einer längeren Arbeitsunfähigkeit. Alternativ bieten viele Krankenkassen zusätzliche Wahltarife für einen früheren Leistungsbeginn an.
Für Selbstständige, deren Einkommen vollständig von ihrer Arbeitskraft abhängt, kann diese Absicherung besonders wichtig sein.
Vorteile der gesetzlichen Krankenversicherung für Selbstständige
Die gesetzliche Krankenversicherung bietet zahlreiche Vorteile, die insbesondere langfristig relevant sein können.
Familienversicherung
Einer der größten Pluspunkte der GKV ist die kostenlose Familienversicherung.
Unter bestimmten Voraussetzungen können Ehepartner und Kinder ohne zusätzliche Beiträge mitversichert werden. In der privaten Krankenversicherung benötigt dagegen jede versicherte Person einen eigenen Vertrag.
Keine Gesundheitsprüfung
Wer sich gesetzlich versichert, muss keine Gesundheitsfragen beantworten.
Vorerkrankungen führen weder zu Risikozuschlägen noch zu Leistungsausschlüssen. Dies kann besonders für ältere Gründer oder Menschen mit gesundheitlichen Problemen ein entscheidender Vorteil sein.
Einkommensabhängige Beiträge
Sinkt das Einkommen, können auch die Beiträge sinken. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten schafft dies eine gewisse finanzielle Flexibilität.
Sicherheit im Alter
Viele Selbstständige schätzen die gesetzliche Krankenversicherung aufgrund ihrer langfristigen Planbarkeit. Während die Beitragshöhe der PKV von verschiedenen Faktoren beeinflusst wird, bleibt die GKV an die gesetzlichen Regelungen gebunden.
Nachteile der gesetzlichen Krankenversicherung für Selbstständige
Trotz ihrer Vorteile ist die GKV nicht für jeden Selbstständigen die beste Lösung.
Keine Arbeitgeberbeteiligung
Arbeitnehmer erhalten einen Zuschuss ihres Arbeitgebers zur Krankenversicherung. Selbstständige müssen ihre Beiträge hingegen vollständig selbst tragen.
Hohe Beiträge bei steigendem Einkommen
Mit zunehmendem Gewinn steigen auch die Krankenversicherungsbeiträge. Besonders erfolgreiche Unternehmer zahlen daher häufig deutlich höhere Beiträge als vergleichbare Privatversicherte.
Weitere Einnahmen werden berücksichtigt
Bei freiwillig gesetzlich Versicherten können neben dem Unternehmensgewinn auch andere Einkünfte in die Beitragsberechnung einfließen. Dazu zählen beispielsweise Kapitalerträge oder Einnahmen aus Vermietung.
Gesetzliche oder private Krankenversicherung für Selbstständige?
Eine pauschale Antwort gibt es nicht.
Die gesetzliche Krankenversicherung eignet sich häufig besonders für:
- Selbstständige mit Familie
- Personen mit Vorerkrankungen
- Gründer mit schwankendem Einkommen
- Unternehmer mit langfristigem Sicherheitsbedürfnis
- Selbstständige, die Wert auf die Familienversicherung legen
Die private Krankenversicherung kann dagegen in bestimmten Situationen attraktiv sein, etwa für junge, gesunde und gut verdienende Selbstständige. Allerdings sollte die Entscheidung immer langfristig betrachtet werden, da ein späterer Wechsel zurück in die gesetzliche Krankenversicherung oft schwierig ist.
Welche Krankenkasse ist für Selbstständige geeignet?
Grundsätzlich bieten alle gesetzlichen Krankenkassen den gleichen gesetzlichen Leistungskatalog. Unterschiede bestehen jedoch bei:
- Zusatzbeiträgen
- Bonusprogrammen
- Digitalen Services
- Zusatzleistungen
- Wahltarifen
- Gesundheitsangeboten
Ein Vergleich der Krankenkassen kann sich daher lohnen, bevor Sie sich für eine bestimmte Kasse entscheiden.
Dies ist ein Thema, das Sie selbst recherchieren müssen. Es gibt verschiedene Unternehmen, jedes con seinen eigenen Vor- und Nachteilen. Ich sollte wahrscheinlich einen eigenen Artikel nur über dieses Thema schreiben.

Eine kleine Infografik mit einer visuelleren Darstellung dieses Themas
Eine Art von Versicherung mit langfristigen Vorteilen, die Sie in Betracht ziehen sollten.
Für viele Selbstständige ist die gesetzliche Krankenversicherung eine solide und verlässliche Lösung. Besonders die Familienversicherung, die fehlende Gesundheitsprüfung und die einkommensabhängige Beitragsberechnung sprechen für die GKV.
Wer eine Selbstständigkeit plant oder bereits selbstständig tätig ist, sollte die eigene Lebenssituation sorgfältig analysieren. Einkommen, Familienstand, Gesundheitszustand und Zukunftspläne spielen bei der Wahl zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung eine entscheidende Rolle.
