Die Entscheidung, von einer privaten Krankenversicherung (PKV) in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) zu wechseln, ist für viele Selbständige eine wichtige, aber auch komplexe Angelegenheit. In Deutschland besteht für Selbständige die Möglichkeit, sowohl privat als auch gesetzlich versichert zu sein. In diesem Artikel erfahren Sie alles Wichtige über den Wechsel und die damit verbundenen Aspekte.
Voraussetzungen für den Wechsel von PKV zu GKV
Bevor Sie einen Wechsel in Betracht ziehen, müssen Sie einige grundlegende Anforderungen erfüllen:
- Jahresarbeitsentgeltgrenze: Um in die GKV zu wechseln, darf Ihr Einkommen nicht über der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegen, die 2023 bei 66.600 Euro liegt.
- Selbständige Tätigkeit: Ihre Selbständigkeit muss ununterbrochen bestehen bleiben. Ein Wechsel in die GKV ist oft nur möglich, wenn Sie Ihre Tätigkeit vorübergehend einstellen oder weniger verdienen.
- Alter: Personen über 55 Jahren haben es schwerer, in die GKV zu wechseln.

Der Wechselprozess
Informationen zur Kündigung der PKV
Bevor Sie die gesetzliche Krankenversicherung in Anspruch nehmen können, müssen Sie Ihre private Krankenversicherung kündigen. Dies erfordert:
- Die Einhaltung der Kündigungsfristen, die in der Regel drei Monate betragen.
- Die Zusendung einer schriftlichen Kündigung an Ihre PKV mit Angabe des Kündigungsgrundes.
Auswahl der gesetzlichen Krankenkasse
Nach der Kündigung Ihrer PKV sollten Sie sich für eine gesetzliche Krankenkasse entscheiden. Es gibt zahlreiche Kassen, die unterschiedliche Leistungen und Zusatzangebote anbieten. Vergleichen Sie die folgenden Faktoren:
- Beitragssätze: Die Beiträge zur GKV richten sich nach Ihrem Einkommen. 2023 beträgt der allgemeine Beitragssatz 14,6 %.
- Zusatzbeiträge: Jede Krankenkasse kann einen individuellen Zusatzbeitrag erheblichen Anspruch anpassen.
- Leistungen: Prüfen Sie, welche zusätzlichen Leistungen (z.B. Vorsorgeuntersuchungen, alternative Heilmethoden) angeboten werden.
Finanzielle Aspekte des Wechsels
Ein Wechsel von der PKV zur GKV kann nicht nur eine Verbesserung der gesundheitlichen Absicherung darstellen, sondern auch finanzielle Auswirkungen haben:
Beiträge und finanzielle Entlastung
In vielen Fällen sind die Beiträge zur GKV für Selbständige niedriger als in der PKV, besonders wenn das Einkommen geringer ist. Darüber hinaus gibt es familienfreundliche Tarife, die es ermöglichen, Familienmitglieder ohne zusätzliche Kosten mitzuversichern.
Risiken und Chancen
Der Wechsel birgt jedoch auch Risiken, wie z.B. mangelnde Leistungen, die in der PKV besser abgedeckt sind. Achten Sie darauf, die Vor- und Nachteile sorgfältig abzuwägen.
Spezifische Situationen und Optionen
Wechselmöglichkeiten für Rentner und Arbeitslose
Personen, die in den Ruhestand treten, können ebenfalls in die GKV wechseln, wenn sie vorher gesetzlich versichert waren. Für Arbeitslose gibt es spezielle Regelungen, die den Wechsel vereinfachen.
Optionen für Freelancer und Selbständige im Ausland
Selbständige, die im Ausland arbeiten oder eine internationale Tätigkeit ausüben, sollten sich über spezielle Regelungen und Absicherungen informieren, die für ihre Situation gelten.
Beratung und Unterstützung
Eine fundierte Beratung kann Ihnen helfen, den richtigen Weg zu finden. Nutzen Sie die Expertise von Versicherungsberatern oder unabhängigen Diensten, die Sie während des Wechsels unterstützen können. Stellen Sie sicher, alle Informationen und Optionen zu berücksichtigen, um die beste Entscheidung für Ihre Gesundheit und Finanzen zu treffen.
Beratung durch Experten
Es gibt viele Stellen, die Ihnen helfen können, den Wechsel reibungslos zu gestalten. Sprechen Sie mit einem unabhängigen Berater oder nutzen Sie Online-Vergleichsportale, um Hilfe zu erhalten.
Wichtige Quellen für weitere Informationen
Der Wechsel von der privaten zur gesetzlichen Krankenversicherung kann herausfordernd sein, aber mit den richtigen Informationen und einer sorgfältigen Planung kann er auch eine positive Veränderung in Ihrem Leben darstellen.
Einige Empfehlungen, die für Sie nützlich sein könnten
Ein Wechsel von der privaten in die gesetzliche Krankenversicherung ist nur möglich, wenn die selbstständige Tätigkeit vollständig aufgegeben oder auf ein untergeordnetes Nebengewerbe reduziert wird.
Im Anschluss an die Aufgabe der Selbstständigkeit muss eine Anstellung aufgenommen werden, die sozialversicherungspflichtig ist und deren Einkommen unterhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) liegt.
Wer älter als 55 Jahre ist, kann in der Regel nicht mehr in die GKV wechseln. Nur in bestimmten Ausnahmefällen (z. B. über Familienversicherung) ist ein Wechsel möglich.
Nach Beginn der neuen Anstellung muss die Anmeldung bei der GKV innerhalb von drei Monaten erfolgen. Danach ist ein Wechsel unter Umständen nicht mehr möglich.
Ist der Ehepartner gesetzlich versichert, besteht unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit, über die Familienversicherung beitragsfrei in die GKV zurückzukehren – vorausgesetzt, das Einkommen liegt unter der Grenze für die Familienversicherung.
