Polizistinnen und Polizisten übernehmen täglich eine verantwortungsvolle Aufgabe und sind dabei sowohl körperlichen als auch psychischen Belastungen ausgesetzt. Umso wichtiger ist ein zuverlässiger Krankenversicherungsschutz, der den besonderen Anforderungen des Berufs gerecht wird.
Viele angehende Polizeibeamte stellen sich schon während der Ausbildung die Frage, welche Krankenversicherung die beste Wahl ist. Dabei spielen nicht nur die Leistungen eine Rolle, sondern auch Themen wie Beihilfe, Beiträge und die langfristigen Kosten.
Doch welche Möglichkeiten haben Polizeibeamte in Deutschland und worauf sollten sie im Jahr 2026 besonders achten? In diesem Ratgeber erfahren Sie alles Wichtige rund um die Krankenversicherung für Polizisten.
Welche Krankenversicherung haben Polizisten?
Grundsätzlich kommen für Polizeibeamte zwei Systeme infrage:
- Gesetzliche Krankenversicherung (GKV)
- Private Krankenversicherung (PKV)
Welche Lösung infrage kommt, hängt unter anderem davon ab,
- ob es sich um Beamte oder Angestellte handelt,
- in welchem Bundesland sie tätig sind,
- ob Anspruch auf Beihilfe besteht,
- und welche persönlichen Lebensumstände vorliegen.

Warum entscheiden sich viele Polizeibeamte für die private Krankenversicherung?
Polizeibeamte haben in vielen Fällen Anspruch auf Beihilfe. Der Dienstherr übernimmt dabei einen Teil der Krankheitskosten. Für den verbleibenden Anteil wird häufig eine private Krankenversicherung abgeschlossen.
Dadurch können Beamte von umfangreichen Leistungen profitieren und gleichzeitig vergleichsweise günstige Beiträge zahlen.
Vorteile der PKV für Polizisten
- Individuell anpassbare Tarife.
- Häufig kürzere Wartezeiten bei Fachärzten.
- Anspruch auf Chefarztbehandlung und Einbettzimmer (je nach Tarif).
- Umfangreiche Leistungen bei Zahnersatz.
- Hohe Erstattungen für Sehhilfen und Heilmittel.
- Günstige Beiträge durch die Beihilfe.
Die Höhe der Beihilfe beträgt je nach Familienstand und Bundesland häufig zwischen 50 und 70 Prozent der Krankheitskosten.
Können Polizisten auch gesetzlich versichert sein?
Ja. Grundsätzlich ist auch eine Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung möglich.
Dies betrifft insbesondere:
- Polizeiangestellte im öffentlichen Dienst
- Beamte in Bundesländern mit pauschaler Beihilfe
- Polizeibeamte, die sich bewusst für die GKV entscheiden
Die Beiträge richten sich dabei nach dem Einkommen.
GKV oder PKV: Die wichtigsten Unterschiede
| Gesetzliche Krankenversicherung | Private Krankenversicherung |
|---|---|
| Beiträge abhängig vom Einkommen | Beiträge abhängig von Alter und Tarif |
| Kostenlose Familienversicherung möglich | Familienmitglieder benötigen eigene Verträge |
| Einheitlicher Leistungskatalog | Individuelle Leistungen |
| Keine Gesundheitsprüfung | Gesundheitsprüfung erforderlich |
| Für viele Angestellte geeignet | Besonders attraktiv für Beamte mit Beihilfe |
Welche Rolle spielt die Beihilfe?
Die Beihilfe ist für viele Polizeibeamte ein entscheidender Vorteil.
Der Dienstherr beteiligt sich an den Krankheitskosten und übernimmt einen Teil der Aufwendungen.
Dadurch muss nur der verbleibende Anteil über eine private Krankenversicherung abgesichert werden.
Typische Beihilfesätze
| Personengruppe | Beihilfeanteil |
|---|---|
| Polizeibeamter | 50 % |
| Verheiratete Beamte | 70 % möglich |
| Kinder | Bis zu 80 % möglich |
Die konkreten Regelungen können je nach Bundesland variieren.
Krankenversicherung während der Polizeiausbildung
Bereits während der Ausbildung müssen Polizeianwärter krankenversichert sein.
Je nach Bundesland gelten unterschiedliche Regelungen.
Viele Polizeianwärter entscheiden sich aufgrund der Beihilfe für eine private Krankenversicherung mit speziellen Anwärtertarifen.
Diese bieten häufig:
- Besonders günstige Beiträge
- Umfangreiche Leistungen
- Flexible Tarifoptionen
- Spätere Anpassungsmöglichkeiten
Welche Leistungen sind für Polizisten besonders wichtig?
Aufgrund der besonderen Belastungen des Berufs können bestimmte Leistungen besonders sinnvoll sein.
Ambulante Behandlungen
- Hausarzt und Fachärzte
- Diagnostik
- Medikamente
Stationäre Leistungen
- Krankenhausaufenthalte
- Einbettzimmer
- Chefarztbehandlung
Zahnleistungen
- Implantate
- Kronen
- Professionelle Zahnreinigung
Psychologische Unterstützung
Der Polizeiberuf kann mit erheblichen psychischen Belastungen verbunden sein.
Daher legen viele Beamte Wert auf:
- Psychotherapie
- Präventionsangebote
- Stressbewältigung
- Rehabilitationsmaßnahmen
Beispiel aus der Praxis
Daniel ist 25 Jahre alt und beginnt seine Ausbildung bei der Polizei in Nordrhein-Westfalen.
Da er Anspruch auf Beihilfe hat, entscheidet er sich für einen speziellen Anwärtertarif in der privaten Krankenversicherung.
Durch die Kombination aus Beihilfe und PKV erhält er umfangreiche Leistungen und zahlt während der Ausbildung vergleichsweise geringe Beiträge.
Worauf sollten Polizisten bei der Wahl der Krankenversicherung achten?
Vor einer Entscheidung sollten mehrere Faktoren berücksichtigt werden.
Leistungsumfang
Nicht nur der Preis ist entscheidend. Auch Leistungen im Bereich:
- Zahnmedizin
- Psychotherapie
- Heilpraktiker
- Krankenhausbehandlung
können wichtig sein.
Langfristige Beiträge
Gerade junge Beamte sollten bedenken, wie sich die Beiträge im Alter entwickeln können.
Familienplanung
Wer Kinder plant, sollte berücksichtigen, dass die kostenlose Familienversicherung nur in der gesetzlichen Krankenversicherung möglich ist.
Gesundheitszustand
Für die private Krankenversicherung ist in der Regel eine Gesundheitsprüfung erforderlich.
Welche Versicherer bieten Tarife für Polizeibeamte an?
Viele private Krankenversicherungen bieten spezielle Tarife für Beamte und Polizeibeamte an.
Dazu gehören unter anderem:
- Debeka
- Allianz
- Signal Iduna
- HUK-Coburg
- DBV
- Barmenia
- AXA
Ein Vergleich der Leistungen und Beiträge kann sich langfristig auszahlen.
Häufige Fragen zur Krankenversicherung für Polizisten
Sind Polizeibeamte automatisch privat versichert?
Nein. Sowohl die gesetzliche als auch die private Krankenversicherung sind grundsätzlich möglich.
Warum entscheiden sich viele Polizisten für die PKV?
Vor allem wegen der Beihilfe und der umfangreichen Leistungen.
Können Polizisten später zurück in die GKV wechseln?
Unter bestimmten Voraussetzungen ist dies möglich, allerdings nicht immer problemlos.
Gibt es spezielle Tarife für Polizeianwärter?
Ja. Viele Versicherer bieten günstige Anwärtertarife an.
Übernimmt die Beihilfe alle Kosten?
Nein. Sie deckt nur einen Teil der Kosten ab. Der Rest wird häufig durch eine private Krankenversicherung abgesichert.
